Der Tag der alles veränderte

 

 

Der 23.04.2012- der Tag, der alles veränderte..

Dieser Tag begann wie alle anderen..

Ich war gut drauf, weil uns eine Freundin von mir besuchte, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe..

Als die Freundin ging, sind mein Mann und ich wenig später zum einkaufen gegangen..

Wieder zuhause angekommen, so gegen 19 Uhr, suchte ich mir einen Film aus (Hachiko), den ich mir anschaue und legte mich wieder ins Bett..

Kurz darauf brachte mir mein Mann etwas zu essen..

Ich beugte mich zur Seite um nach dem Essen zu greifen und auf einmal merkte ich, wie ein Schwall aus mir raus kam..

Mein erster Gedanke war -BLUT- ich rannte aufs Klo und schaute..

Kein Blut da, ich war erstmal beruhigt..

Wenn es aber kein Blut war, was war es dann????

Habe ich etwa aus Versehen in die Hose gemacht?

Ich rief meine Hebamme an - diese ging nicht ran..

Also rief ich meine Mutter an..

Sie sagte das könnte Fruchtwasser sein, geh schnell ins Krankenhaus..

In dem Moment habe ich bemerkt, dass Sascha in der Zeit wo ich telefonierte, bereits meinen Schwager anrief, damit dieser mit uns ins Krankanhaus fährt..

Zitternd lag ich im Bett und wartete auf meinen Schwager..

Dieser war auch recht schnell da und fuhr uns zum Krankenhaus..

Da nichts mehr weiter lief, redete ich mir gut zu, vielleicht war es ja wirklich nur Urin?!

Nach einer gefühlten Ewigkeit des Wartens wurde ich endlich zur Untersuchung gerufen..

Die Ärztin erinnerte sich an mich und sagte, sie waren doch erst vor kurzem hier wegen Blutungen und sie fragte, ob ich danach noch Beschwerden hatte..

Ich verneinte dies..

Sie machte Ultraschall und sagte es sieht alles gut aus, Fruchtwasser ist noch da und das Kind strampelt auch..

Mir fiel ein Stein vom Herzen!!!!

Ich sollte mich schon wieder anziehen, als sie plötzlich inne hielt und meinte sie macht aus Vorsicht lieber noch einen Fruchtwassertest..

Dieser war leider schwach positiv..

Ich werde nie das Gesicht der Ärztin vergessen- sie war mindestens genauso geschockt, wie ich.......

Sie rief den Oberarzt an- das hieß nichts gutes..

Schon da erklärte sie uns, dass die Chancen nicht allzu gut stehen...

Ich wurde eingewiesen und mein Mann musste nach Hause- ich fühlte mich so schrecklich allein..

Trotz aller schlechten Prognosen hatte ich Hoffnung, denn es lief ja kein Fruchtwasser mehr ab!!!

Ich redete meinem Baby gut zu und streichelte meinen Bauch..

Gegen 2 Uhr nachts fing das Fruchtwasser, bei jedem Atemzug, an zu laufen..

Ich weinte die ganze Nacht durch..

Die Nachtschwester blieb stundenlang an meinem Bett sitzen, streichelte mir den Kopf und redete mir gut zu - dafür bin ich ihr so dankbar!!!!

Am nächsten Morgen kam mein Sascha ganz früh ins Krankenhaus..

Auch er hatte fast die ganze Nacht nicht geschlafen - der Schmerz stand ihm ins Gesicht geschrieben....

Wir gingen zusammen zur nächsten Untersuchung..

Diesmal war es eine andere Ärztin - sie machte Ultraschall..

Es sah nicht gut aus, sie rief den Oberarzt..

Dieser machte nochmal Ultraschall und erklärte uns was zu sehen ist..

Aber er musste nichts erklären - es war klar ersichtlich..

Die erschütternde Diagnose - vorzeitiger Blasensprung in der 19. Ssw....

Es war fast kein Fruchtwasser mehr vorhanden - unser Baby lag auf dem Trockenen und wurde regelrecht von meiner Gebärmutter eingequetscht..

Ich werde diesen Anblick nie vergessen - es hat mir mein Herz zerrissen!!!

Der Oberarzt erklärte uns, dass es schlecht aussieht für unser Baby..

Das Herz schlug viel zu schnell - unser Baby stand sehr unter Stress..

Der Blasenriss lag tief und war viel zu groß - neu gebildetes Fruchtwasser lief sofort wieder ab..

Er riet uns vorsichtig dazu die Wehen einleiten zu lassen, das Kind nicht zu quälen und meine Gesundheit nichts aufs Spiel zu setzen (er erzählte uns von einigen Horroszenarien, die ich leider vergessen habe)

Weiterhin meinte er, wir könnten aber auch auf biegen und brechen versuchen die Schwangerschaft aufrecht zu erhalten - aber die Chancen, dieses Kind gesund und vor allem lebendig auf die Welt zu bringen, stehen sehr schlecht..

Wir standen unter Schock - sind immer wieder in Tränen ausgebrochen - wie sollten wir nur eine solch schwierige Entscheidung treffen??

Ab diesem Punkt lief alles wie ein Film an mir vorbei.........

Ich sagte dem Arzt wir wollen noch bis morgen warten und schauen, wie es da aussieht..

Vielleicht geschieht ja ein Wunder.......

Er meinte zum Abschluss noch, wenn weitere Fragen auftreten, dann ist er gerne für uns da..

Wir gingen zurück ins Zimmer, wie in Trance..

Immer wieder brachen wir in Tränen aus und redeten..

Dann stand der Entschluss fest - wenn es am nächsten Tag noch schlechter aussieht als an diesem, dann lassen wir die Wehen einleiten..

Doch ich habe immernoch fest an ein Wunder geglaubt..

Wir ließen nach dem Oberarzt rufen, wir wollten ihm unseren Entschluss mitteilen..

Er erklärte uns das Vorgehen und beantwortete alle unsere Fragen, er hat sich wirklich viel Zeit für uns genommen..

Am Ende des Gesprächs sagte er zu mir :

Ich verspreche Ihnen, Sie werden irgendwann ein gesundes Kind in den Armen halten..

Ich rief meine Mama an und erzählte ihr von den schlechten Neuigkeiten und unserem Beschluss..

Sie kam dann ins Krankenhaus, drückte uns und redete mit uns..

Zu diesem Zeitpunkt stand ich schon so unter Schock, dass ich zu kaum einer Gefühlsreung im Stande war..

Am Abend war ich dann wieder alleine...

Durch Gespräche mit meiner Schwägerin habe ich Versucht Hoffnung zu schöpfen..

Nachts fiel ich in einen tiefen traumlosen Schlaf - wenn auch nur kurz..

Der nächste Tag war angebrochen und wieder war mein Mann ganz früh bei mir im Krankenhaus, um bei der Untersuchung dabei zu sein..

Diese Untersuchung war niederschmetternd..

Mein Baby lag komplett auf dem Trockenen und konnte sich nicht mehr bewegen crying

Und wieder zerriss es mir mein Herz- aber unser Entschluss stand fest..

 

 

 

 

Wo Worte fehlen, das Unbeschreibliche zu beschreiben, wo die Augen versagen, das Unabwendbare zu sehen, wo die Hände das Unbegreifliche nicht fassen können, bleibt einzig die Gewissheit, dass Du immer in unserem Herzen weiterleben wirst. In ewiger Liebe Mama und Papa

Nach oben